Ganz nach dem alten Brauchtum haben auch dieses Jahr »D’Boch Peachtn« wieder die verschiedenen Gemeinden, die am Hachinger Bach liegen, heimgesucht. Wild kommen sie daher, gekleidet in Fellen verschiedenster Art, riesige Glocken hängen ihnen um die Taille, kleinere um die Beine, und machen einen gewaltigen Lärm. Und die Gesichter? Es sind grässliche Fratzen, blutüberströmt, gruselige Zähne, wilde Hörner, krumme Nasen, grauslig leuchtende Augen. Alles da also, was eine echt furchterregende Gestalt ausmacht. Mit einem bewundernswerten Auge fürs Detail hergestellt. In der Hand halten sie Fackeln und Ruten. Nach einem Brauch, der in Süddeutschland und Österreich gelebt wird, treiben die schiachen Gesellen mit ihrem Lärm und ihrem Aussehen den Winter bzw. die bösen Geister des Winters aus.

So durchziehen sie die Ortschaften. Menschen sammeln sich am Straßenrand und warten auf die schrecklichen Gesellen. Und dann hört man das erste Scheppern der Glocken in der Ferne, sieht die Fackeln. Endlich sind sie da, stehen vor einem. Zum Fürchten. Die Kinder verkriechen sich hinter ihren Eltern und lugen höchstens mit einem Auge hervor.
Ganz im Gegensatz zu ihrem Aussehen sind »D’Boch Peachtn« aber ganz freundliche Gesellen. Sie kommen mit ihren Ruten zu den Zuschauern, berühren sie leicht und wünschen »a guads Nei’s«. Den Kindern, die Angst haben, strecken sie vorsichtig ihre Ruten hin, damit diese sie berühren können, sie nehmen mutigere Zeitgenossen in den Arm und lassen Fotos schießen. Manch ein Kind konnte so seine Scheu verlieren und ein fröhliches »guads Nei’s« zurückwerfen. Und trotzdem sind sie jedes Mal erst mal so richtig gruselig.

Die Gesellen ziehen weiter, die Menge an Schaulustigen, die hinter ihnen her geht, wird immer größer. Das Spektakel mündet dann in einen Tanz der Perchten, wo sie mit großem Schellengeläut eine gut choreografierte Vorstellung geben.

Krampusläufe sind auch in anderen Gemeinden bekannt. Gut besucht und damit sehr viel durchorganisierter sind die Läufe in Kirchseeon und in München. Hier sind die Perchten oft zu viel gruseligem Schabernack aufgelegt, erschrecken die Zuschauer, klauen ihnen Mützen oder Haarbänder.

Das ist es, was »D’Boch Peachtn« so besonders macht. Sie sind Gruselgestalten ganz lieb und sie wandern ohne viel organisatorisches drumrum durch die Gemeinden. Ein wunderbarer Brauch. Weiter so!